
Vor 110 Jahren: Das Rennen zu den Wolken – Die Premiere des Pikes Peak Hillclimb
Im August jährt sich eines der spektakulärsten Motorsport-Ereignisse der Welt zum 110. Mal. Im August des Jahres 1916 wurde im US-Bundesstaat Colorado ein Bergrennen aus der Taufe gehoben, das Mensch und Maschine bis heute an die absoluten Grenzen der Physik treibt: The Broadmoor Pikes Peak International Hill Climb.
Todesmutige Pioniere im Kampf gegen die Höhenkrankheit
Gegründet von Unternehmer Spencer Penrose, sollte die unerbittliche Piste hinauf auf den 4.301 Meter hohen Gipfel der Rocky Mountains ursprünglich den Tourismus ankurbeln. Das allererste Rennen entschied Rea Lentz in einem selbstgebauten Romano Special für sich. Über 20 Kilometer Schotter, 156 halsbrecherische Kurven und eine immer dünner werdende Luft – die den Motoren spürbar den Atem raubte – forderten den Fahrern grenzenlosen Mut ab. Was 1916 als waghalsiges Abenteuer begann, entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zum legendären „Race to the Clouds“, in dem Motorsport-Mythen wie Walter Röhrl, Ari Vatanen oder Sébastien Loeb Geschichte schrieben.
Vor 50 Jahren: Drama in der „Grünen Hölle“ – Niki Laudas Feuerunfall auf dem Nürburgring
Es war ein schicksalhafter 1. August 1976, der die Formel 1 für immer verändern und die Grenze zwischen Leben und Tod im Rennsport auf brutalste Weise aufzeigen sollte. Vor genau 50 Jahren verwandelte sich der Große Preis von Deutschland auf der Nürburgring-Nordschleife in ein Drama, das weltweit Millionen Menschen den Atem stocken ließ.
Ein Flammenmeer und die Geburt einer Legende
In der zweiten Runde verlor der amtierende Weltmeister und WM-Führende Niki Lauda auf noch feuchter Strecke kurz vor dem Streckenabschnitt Bergwerk die Kontrolle über seinen Ferrari. Der Wagen prallte in die Felswand, fing augenblicklich Feuer und wurde mitten auf die Fahrbahn zurückgeschleudert. Dass Lauda die Hölle von über 800 Grad heißen Flammen überlebte, verdankte er nur dem mutigen Eingreifen seiner Fahrerkollegen Arturo Merzario, Brett Lunger, Guy Edwards und Harald Ertl. Laudas beispielloser Überlebenswille und sein schier unfassbares Comeback nur 42 Tage später in Monza machten den Österreicher zu einer Ikone des Sports – und besiegelten zugleich das Ende der Formel 1 auf der historischen Nordschleife.
Vor 30 Jahren: Der Retter aus Zuffenhausen – Serienstart des Porsche Boxster (Typ 986)
Im Spätsommer 1996 schlug bei Porsche die Stunde der Wahrheit. Vor genau 30 Jahren liefen die allerersten Serienfahrzeuge einer völlig neuen Modellreihe vom Band, die nicht weniger als die Rettung des schwäbelnden Traditionsunternehmens bedeuten sollte: Der Porsche Boxster der Baureihe 986 feierte seinen offiziellen Marktstart.
Ein Mittelmotor-Roadster erobert die Herzen
Nachdem die Designstudie bereits 1993 auf der Detroit Auto Show für Begeisterungsstürme gesorgt hatte, bewahrte auch das Serienmodell die agile Eleganz des Konzept-Autos. Ausgestattet mit einem wassergekühlten Sechszylinder-Boxermotor in Mittelmotor-Anordnung, einer perfekten Gewichtsverteilung und deutlichen Anleihen an Legenden wie den 550 Spyder, bot der Boxster reinrassige Porsche-DNS zu einem erreichbaren Preis. Zusammen mit dem neu eingeführten Gleichteile-Konzept für den 911 (Typ 996) wandelte sich der Roadster sofort zum Verkaufsschlager, füllte die leeren Kassen in Zuffenhausen und legte den Grundstein für den Aufstieg von Porsche zu einem der profitabelsten Automobilhersteller der Welt.